Der Star Wars-Coffeeshop vom 14.12.2017

Heute der Themen-Coffeeshop zur Premiere von Star Wars Episode VIII. Die letzten Jedi des Campussenders haben sich zusammen getan. Sie haben sich so ziemlich jedem Thema gewidmet, dass man in einer dreistündigen Morningshow an diesem besonderen Tag ansprechen kann.

Jeder kennt Star Wars
Kaum eine Saga hat sich so ins kulturelle Gedächtnis eingeprägt wie Star Wars. Selbst wenn man noch keinen einzigen Film gesehen hat, kennt man zumindest grobe Handlungen. Radio Q-Reporter Hanno Jenkel hat in unserer Redaktion die Leute ausfindig gemacht, die der Filmreihe nicht so viel abgewinnen können. Trotzdem mussten sie ihr "Wissen" unter Beweis stellen:

Rückblick auf Episode 7, Ausblick auf Episode 8
Fangen wir an vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis. Dort erwacht die Macht. Seit dem 7. Teil aus dem Star Wars Universum gibt es wieder den Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen dunkler Seite und der hellen. In “Star Wars - das Erwachen der Macht” sehen wir eine wieder erstarkte Großmacht der dunklen Seite. Die erste Ordnung, angeführt von Kylo Ren, einem der Bösen der Geschichte. Diese haben die sogenannte “Starkiller-Basis”. Diese ist, wie der Name schon vermuten lässt, zum vernichten von Sternen und Planeten gedacht. Neben den zerstörungswütigen Anführern der ersten Ordnung gibt es natürlich auch eine Rebellion. Diese wird angeführt von Prinzessin Leia Solo, geborene Organa, eigentlich Skywalker. Aber das ist jetzt zu kompliziert.

Weitere Mitglieder der Rebellion sind neben Poe Dameron auch die neu hinzugekommenen Charaktere Rey und Finn. Schrottsammlerin Rey wird prophezeit die Macht in sich zu haben. Ob dies durch Mediklorianwerte herausgefunden wurde, dürft ihr für euch selbst entscheiden. Finn wiederum ist ein desertierter Stormtrooper und auf der Flucht vor  der ersten Ordnung. Obwohl es der Rebellion gelingt die Starkiller-Basis der ersten Ordnung zu zerstören, mindert das nicht den Aufstieg des Bösen. Denn über allem steht die ominöse Gestalt Snoke, die so etwas wie der oberste Anführer der ersten Ordnung zu sein scheint. Was es mit dieser Figur auf sich hat, das erwartet euch im neu erschienen Teil 8.

Dieser behandelt die letzten Jedi - dem siebten Teil zur Folge gibt es nur noch Luke Skywalker, der Schülerin Rey ausbildet. Ein dritter Jedi ist Kylo, der sich aber zur dunklen Seite der Macht bekannt hat und nun Kylo Ren nennt. Ab dann beeinflusst und lenkt ihn Snoke. Auch Kylos Ex-Ausbilder Luke Skywalker bringt in Episode 8 auf den Punkt: “Eine derart ungezähmte Macht habe ich noch nie gesehen.” Trotzdem bildet er seine neue Schülerin Rey aus und hilft ihr “einen Platz in all dem Ganzen zu finden”. Inwieweit eine Rückkehr von Kylo Ren zur Seite der Jedis und damit an die Seite von Rey behandelt wird, bleibt vorerst Fantheorie.

Die Fanbasis stellt sich aber noch viel mehr Fragen: Wie verkörpert sich Snoke? Was passiert mit der Maske Kylo Rens? Rächt sich die erste Ordnung für die zerstörung der Starkillerbasis? Und: Welche Rolle spielen die Knights of Ren? All das sind Fragen, die uns “Die letzten Jedi” hoffentlich beantworten wird. Auf eines können wir und in Teil 8 aber auf alle Fälle freuen: Imposante Weltraumschlachten, atemberaubende Laserschwertduelle und fulminante Flüge im Millenium-Falken.

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Die historischen Bezüge in Star Wars
Egal ob Original Trilogie, Prequels oder die neuen Filme: Star Wars ließ sich immer schon von realen historischen und politischen Ereignissen beeinflussen. Radio Q-Reporter Michael Landwehr hat die Bezüge genauer unter die Lupe genommen.

Der Regisseur George Lucas
Lichtschwertergeräusche und Peitschenhiebe. Das Gleichgewicht der Macht und die Suche nach den Schätzen der Menschheit. Star Wars und Indiana Jones. Zwei Welten, die zumindest aus unserer Kindheit nicht mehr wegzudenken sind. Beide stammen aus der Feder von George Lucas.

Dass wir George Lucas heute als Regisseur kennen, haben wir einem Unfall zu verdanken. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der junge George wollte nämlich eigentlich Rennfahrer werden. Im Jahr 1962 hatte er einen schweren Autounfall und lag mehrere Tage im Koma. Er begrub seine Rennfahrerpläne und begann stattdessen ein Filmstudium an der “University of Cinematic Arts”. Seine Kommilitonen waren unter anderem “Zurück in die Zukunft” und “Forrest Gump” Regisseur Robert Zameckis und Steven Spielberg. Es etablierte sich eine feste Clique von Filmschaffenden, genannt “das dreckige Dutzend”.

Schon während seines Studiums entwickelte George Lucas, Spitzname “Luke” einen sehr eigenständigen Stil. Zum Beispiel inszenierte er einen Film nur mit den nächtlichen Reflektionen im Lack eines Autos. Er begann, sich einen Namen zu machen. Sein erster abendfüllender Spielfilm war “THX 1138” aus dem Jahr 1971. Der Film war zwar kein finanzieller Erfolg, aber er brachte dem noch jungen Filmemacher das Wohl der Kritiker ein. Ebenfalls 1971 gründete er dann “Lucasfilm”. Er wollte unabhängig von Filmstudios seine Ideen frei umsetzen. Der erste Film “American Graffiti” war auch gleich ein Kassenschlager. Für den Film engagierte Lucas auch zum ersten mal seinen liebsten Schreiner: Harrison Ford.

Im Laufe der 70er Jahre schrieb George Lucas dann ein Drehbuch mit dem Arbeitstitel “The Star Wars”. Er konnte nicht ahnen, was er da tat. Der Weg hin zum fertigen Film war aber mehr als steinig. Das Hauptproblem: Seine Ideen konnten mit der vorhandenen Filmtechnik nicht umgesetzt werden. Seine Lösung: Er gründete die Lucasfilm Tochter “Industrial Light and Magic”. Hier sollte man die benötigten Techniken entwickeln. Gegen Ende der Produktion von Episode 4 war Lucas nervlich und körperlich am Ende. Er glaubte auch gar nicht mehr an den Erfolg des Films. So kam es, dass Lucas während der Premiere von Star Wars mit Steven Spielberg im Urlaub war. Auf Hawaii entwickelten die beiden eine Idee von Lucas aus Studienzeiten weiter: Indiana Jones. Steven Spielberg sollte Regie führen. Auch die Produktion sollte deutlich einfacher verlaufen: Tausche Raumschiff gegen Pferd. Schreiner Harrison Ford bekam diesmal sogar die Hauptrolle. Übrigens: Indiana, kurz “Indy” war der Name von George Lucas Hund.

Sowohl “Star Wars: Eine neue Hoffnung”, als auch “Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes” waren Jahrhundert-Erfolge. Trotzdem: So verrückt es klingt, lebte Lucas viele Jahre lang unter einem immensen Berg von Schulden. Vor allem der Bau seiner “Skywalker Ranch” nördlich von San Francisco ruinierte ihn fast. Hier sollten all seine Firmen Platz für kreative Entfaltung finden. Denn Lucas hatte inzwischen ein regelrechtes Firmenimperium. “Lucasarts” bastelte an visionären Computerspielen, “THX” sorgte für eine Soundrevolution im Film. Auch “Pixar” wurde von ihm gegründet. Das Animationsstudio wechselte aber mehrfach den Besitzer, bis es schließlich bei Disney landete.

1999 erfüllte sich George Lucas einen Traum: Er schrieb, inszenierte und produzierte “Star Wars Episode I”. Schon immer wollte er die Vorgeschichte von Darth Vader erzählen. Mit der Prequel Trilogie handelte sich Lucas aber jede Menge Kritik ein. Vor allem eingefleischte Star Wars Fans hatten ihre Probleme mit Charakteren wie Jar Jar Binks oder der eher mittelmäßigen Regieführung. Und: George Lucas kann einfach nicht die Finger von seinen ursprünglichen Meisterwerken lassen. Was hat ein Dinosaurier auf einmal in Mos Eisley zu suchen? Und bitte: Warum darf Han Solo nicht zuerst geschossen haben?

Bei all dem Dunklen in seinem jüngeren Werk überwiegt aber natürlich eindeutig die gute Seite der Macht. Kann man sich eine Welt ohne Star Wars oder Indiana Jones vorstellen? Nur wenige Filmemacher haben einen derartigen Einfluss auf ganze Generationen gehabt. Jetzt gehört das gesamte Star Wars Universum Disney. Spätestens wenn die nächsten Filme und Spinoffs die gute alte Star Wars Magie zerstören, wissen wir, was wir an George Lucas hatten.

Die nachträglichen Änderungen an der alten Trilogie
So sehr man die Idee von Star Wars George Lucas zu Gute halten muss, so sehr wird er auch für seine Änderungen an Neuveröffentlichungen der Klassiker kritisiert. Radio Q-Reporter Philipp Saukel erklärt warum.

Die Filmmusik: John Williams
George Lucas hat einmal gesagt, dass 50 Prozent der Unterhaltung eines Films vom Sound und der Musik kommen. Dieser Satz trifft wohl auf wenige Filme so sehr zu wie auf die Star Wars-Reihe. Der Soundtrack ist so sehr in den Zeitgeist übergegangen, dass man den meisten Menschen eines der vielen Musikstücke vorspielen könnte - und selbst Leute, die keinen der Filme gesehen haben, würden es wahrscheinlich erkennen.

Hinter all dem steht der Komponist John Williams. Der Amerikaner ist für Filmmusik das, was Steven Spielberg für Regie führen ist - eine Legende. Er ist für viele der bekanntesten und beliebtesten Beiträge zur Filmmusik verantwortlich: “Harry Potter”, “Der Weiße Hai”, “Indiana Jones” oder “Jurassic Park” - viele Filme von Spielberg, der seit 1985 ausnahmslos mit Williams arbeitet.

Dabei geht seine Laufbahn zunächst in eine andere Richtung. Der Sohn eines Musikers wird 1932 in New York geboren und lernt schon früh das Klavierspielen. Nach drei Jahren bei der Air Force arbeitet er als Jazzmusiker und besucht die renommierte Musikschule Juilliard um seien Traum zu verfolgen, Konzertpianist zu werden. Während seiner Zeit dort beschließt er jedoch, sich stattdessen auf das Komponieren zu konzentrieren. Seine alternative Karriereentscheidung begründet Williams so: "Dort habe ich Pianisten wie John Browning oder Van Cliburn gehört und dachte mir, 'Wenn das die Konkurrenz ist, dann sollte ich wohl besser Komponist werden!

Er zieht nach Los Angeles und beginnt bald, Musik für Film und Fernsehen zu schreiben. Den Durchbruch schafft er 1975 mit Spielbergs Hit “Der Weiße Hai”. Kurz darauf empfiehlt der Regisseur seinem Freund George Lucas den Komponisten für seinen neuen Science Fiction Film. Star Wars wird zu einem der größten Erfolge der Kinogeschichte und Williams gewinnt unter anderem einen Oscar für den besten Soundtrack. Die Musik ist inspiriert von der romantischen Musik des späten 19. Jahrhunderts. Besonders die von Richard Wagner viel benutzte Leitmotivtechnik spielt eine große Rolle. Hierbei wird zum Beispiel Charakteren eine bestimmte Melodie zugeordnet, mit der diese musikalisch verbunden werden. Besonders hervorzuheben ist hier wohl das Stück Imperial March, das seit dem zweiten Film zum Darth-Vader-Motiv wurde.

Als George Lucas in den neunziger Jahren seine Prequel-Trilogie ankündigt, ist eigentlich schon klar, wer für die Musik verantwortlich sein wird. Und, obwohl die Filme nicht bei allen gut ankommen, ist es schwer jemanden zu finden, der etwas gegen John Williams Soundtrack sagt. Auch für die neue Trilogie war Williams wieder erste Wahl. Der Soundtrack des siebten Teils kam bereits gut an - und auch Teil 8 wird wohl wieder ein einprägsamer Erfolg werden.

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Die Erwartungen sind hoch
Radio Q-Reporter Luca Hollenberg hat die Münsteraner nach ihrer Meinung zu Episode VII gefragt und was sie sich von der jetzt erschienenden Episode VIII erwarten.

Die Star Wars Premiere in Münster
Zwei Jahre mussten die Fans warten bis die reguläre Star Wars Saga um eine weitere Episode erweitert wird. Radio Q-Reporter Hanno Jenkel war bei der Premiere und berichtet von seinen Eindrücken vom Film und den Reaktionen. (Keine Spoiler, aber wer völlig unvoreingenommen in den Film gehen will, sollte diesen Abschnitt zunächst überspringen.)

Die Heldenreise
Was haben Harry Potter, Frodo Beutlin und Luke Skywalker mit Odysseus und anderen Helden antiker Mythologie gemeinsam? Sind es alle Varianten ein und desselben Helden? Schwer zu glauben? Joseph Campbell war davon überzeugt. 1949 schrieb er das Buch “Der Heros in tausend Gestalten”. Dazu studierte er Mythen und Erzählungen rund um den Globus. Sein Ergebnis: Fast alle Erzählungen der Menschheitsgeschichte folgen demselben Erzählmuster. Er nannte das die “Heldenreise” oder “Monomythos”. Der Held startet dabei immer in der vertrauten, gewöhnlichen Welt. Ein Abenteuer führt ihn dann in eine ungewisse, mystische Welt, bevor er mit neuen Fähigkeiten und Erkenntnissen in die normale Welt zurückkehrt. Alles Quatsch?! Schauen wir uns die Heldenreise mal etwas genauer an. Kaum etwas ist dazu besser geeignet, als der Krieg der Sterne:

Stellt euch eine einfache Wanduhr vor.

12 Uhr: Status Quo. Unser Held lebt den Alltag. Er langweilt sich. Auch Luke Skywalker wird so inszeniert, dass wir uns mit ihm identifizieren können. Mit seinen Problemen, seinen Aufgaben und Sorgen. Das Leben eines Farmers auf Tatooine. Oder: Das Leben eines Hobbits im Auenland?

1 Uhr: Das Abenteuer ruft! Luke erhält eine mysteriöse Botschaft vom Droiden R2D2. Wird er die Aufgabe antreten, die Galaxis zu retten? Wird Frodo die Reise antreten, den Ring ins Feuer zu werfen?

2 Uhr: Ablehnung. Luke hat besseres zu tun, als den alten Obi Wan Kenobi zu suchen. Auch Frodo ist anfangs gar nicht begeistert.

3 Uhr: Der Mentor. Ein greiser Obi Wan Kenobi weiht Luke in das Geheimnis der Macht ein und schenkt ihm das Lichtschwert seines Vaters. Frodo trifft Gandalf.

4 Uhr: Eine Grenze wird überschritten. Das Imperium tötet Lukes Stiefeltern. In Luke reift der Entschluss, dem Ruf des Abenteuers Folge zu leisten.

5 Uhr: Gefährten. In Mos Eisley treffen Luke und Obi Wan auf Han Solo und Chewbacca. Mit dem rasenden Falken ins Abenteuer? Auf los gehts los. Meanwhile in Bruchtal: 9 Gefährten sollt ihr sein!

6 Uhr: Los gehts! In letzter Sekunde entkommen Luke und co. mit dem Millennium Falken den Truppen des Imperiums. Und Frodo schafft es noch so gerade, auf das rettende Floß zu springen.

7 Uhr: Nervenprobe. Statt auf den Planeten Alderaan treffen sie auf den Todesstern und werden an Bord gezogen. Sie befreien Prinzessin Leia, werden aber fast in einer Müllpresse zerquetscht. Dann muss Luke auch noch mit ansehen, wie sein Mentor Obi Wan stirbt. Luke will Rache, ist aber nicht mächtig genug. Obi Wan’s Stimme befiehlt ihm zu fliehen. Und Mittelerde? “Flieht, ihr Narren”.  

8 Uhr: Alles für die Katz? Nein. Die Crew entkommt. Sie haben die Pläne des Todessterns erbeutet. Einer Attacke der Rebellen steht nun nichts mehr im Wege.

9 Uhr: Zurück in der normalen Welt Die Freunde kommen auf einer Rebellenbasis an und planen den Angriff auf den Todesstern.

10 Uhr: Die Auferstehung. Luke ist immer noch ein Normalo. Und als solcher versagt er in der Schlacht um den Todesstern. Erst als er auf die Macht hört, gelingt ihm der entscheidende Schlag.

11 Uhr: Ende gut, alles gut. Nicht nur, dass die Bedrohung des Imperiums vorerst gebannt ist. Luke hat auch die Macht entdeckt. Das Abenteuer hat ihn wachsen lassen. Nichts ist mehr wie es war.

Das Schema lässt sich sowohl in einzelnen Filmen des Star Wars Universums finden, als auch in der gesamten Saga. Aber warum denn eigentlich immer dasselbe Muster? Die Antwort steckt in jedem von uns: Weil wir Menschen sind. Und als Menschen reflektieren wir UNSERE Welt in Geschichten und Erzählungen. Und weil unsere Welt eben immer dieselbe ist, sind es auch unsere Erzählungen. Zwar kämpfen wir nicht wirklich gegen die dunkle Seite der Macht oder gegen Orks und Uruks. Aber wir müssen mit Problemen umgehen. Genau wie Luke oder Frodo. Dazu müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Wir müssen uns selbst überwinden, um etwas zu erreichen. Um es mit Joseph Campbell zu sagen: “The cave you fear to enter holds the treasure you seek.”

 In diesem Sinne: Viel Spaß im Kino und möge die Macht mit euch sein!


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