Johnossi – Mavericks

Nach dem ersten Anhören der neuen Johnossi-Platte „Maverick“ bleibt musikalisch kaum was hängen, was im Vergleich mit den vorherigen Alben des schwedischen Duos eine ernüchternde Erkenntnis ist. Waren die alten Alben noch geprägt von harten Gitarrenriffs und schnellen Drum-Passagen der Marke Blood Red Shoes, kommt „Maverick“, mit ausgedehnte Gesangspassagen, langatmigen Gitarrenmelodien und einem, in manchen Songs, quasi nicht hörbaren Schlagzeug, ruhiger, langsamer und subtiler daher.

Der Schwerpunkt liegt bei diesem Longplayer eindeutig auf John Engelberts Gesang, der sich zwar verdächtig nach Kings of Leon Sänger Caleb Followill anhört, aber trotzdem eine angenehme Tonlage hat. Auch haben Johnossi die epische Indie-Ballade für sich entdeckt, was man beispielsweise bei „Sickness“ oder „Worried Ground“ hört.

Die neuen Songs gehen nicht so schnell ins Ohr wie ihre Hitsingle „Man Must Dance“, da Johnossi inzwischen ganz bewusst keine Indiepop-Ohrwürmer mehr liefern – wenn man vom eingängigen Refrain von „What’s the point“ absieht. Stattdessen wirken die Songs musikalisch reifer und abgerundeter als noch beim Vorgänger Album „All They Ever Wanted“ und man entdeckt auch nach dem fünften, sechsten Hören immer wieder etwas Neues.

Wegen der anstrengenden Kennenlernphase wird „Maverick“ nicht allen alten Fans gefallen. Insgesamt muss man aber sagen, dass Johnossi sich im positiven Sinn musikalisch weiter entwickelt haben und hier ein abgeschlossenes, rundes Album abliefern, dass das Potenzial hat, sich lange im Stapel meiner aktuellen Lieblings-CD’s zu halten.

Matthis Jungblut

mavericks-johnossi

Johnossi – Mavericks
Label: Universal
VÖ: 30. April 2010

Anspieltipps
What’s the point?
Sickness
Roscoe