Interview mit Smile And Burn

Smile And Burn wollen noch einmal nach Japan - das und noch viel mehr haben uns die fünf Berliner vor dem M-Pire Strikes Back-Festival verraten.

Vor fast einem Jahr stand schon fest, dass ihr etwas Neues veröffentlichen wollt, aber bis jetzt wurde noch immer nichts angekündigt. Wann kommt denn endlich was?

Philipp: Bald.

Sören: Um es wie Casper zu sagen: Die Platte ist einfach noch nicht da, wo sie sein muss. Dewegen können wir sie jetzt auch noch nicht raushauen.

Philipp: Du meinst, dass sie noch nicht aus dem Presswerk ist. Womit wir Casper eines voraus sind! (lacht)

Sören: Nein, also wir haben uns für dieses Mal vorgenommen, nicht immer diese Drucknummer zu machen, sondern alle Deadlines gut einzuhalten und nicht wie letztes Mal einen Tag vor Release noch zu schwitzen, ob die Plattenladung überhaupt noch passend ankommt. Und wenn jetzt einfach was dazwischenkommt oder irgendjemand seine Termine nicht einhält, verschieben wir das einfach - damit es am Ende perfekt wird.

Ihr habt mit Philipp Koch von Heisskalt gearbeitet, die ja nicht gerade für cleanen Gesang bekannt sind, sondern eher für Sprechgesang. Hat sich das auf eure neuen Sachen ausgewirkt? Kommt das Hip Hop-/Rap-/Trap-Album, von dem ihr schon so lange sprecht?

Philipp: Das Rap-Album kommt! Nächstes Jahr, Smile And Burn: Rap. Ja, also wir dürfen noch nicht so viel über das neue Album sagen, aber es ist ein Gesangsalbum. Wir haben auch alte Sachen verwurstet. Für das Album, was dann danach kommt, nehmen wir Songs von 2008.

Sören: Um vielleicht auch nochmal auf die Frage einzugehen (lacht): Mit Heisskalt-Gesang hat das eigentlich gar nichts zu tun, würde ich behaupten.

Letztes Jahr wart ihr in Japan und wurdet dort wie "Superstars" behandelt, habt ihr mal in einem Interview gesagt. Jetzt dürft ihr für ein Campiusradio extra früh aus Berlin nach Münster fahren. Vermisst ihr Japan?

(alle lachen)

Fabian: Moment mal, also wir werden hier ja auch wie Könige behandelt. Eben haben wir ja auch Oreo-Kekse bekommen.

Philipp: In Tokio haben wir ja zum Beispiel keine Oreos bekommen.

Sören: Aber wir vermissen Japan trotzdem. Wir arbeiten auch tatsächlich daran, nochmal hinzukommen. Aber es ist schwierig. Die Faustregel ist: Zweimal nach Japan ist schwieriger als einmal nach Japan.

Aber ihr habt da doch jetzt schon Kontakte.

Sören: Haben wir. Aber das heißt ja nicht, dass sie uns alle direkt wiederhaben wollen.

Philipp: Eigentlich wurden wir auch eingeladen, dass wir nächstes Jahr wiederkommen und das ist auch eine geile Sachen, aber es ist eben noch alles in der Planung. Das muss ausgearbeitet werden. Es ist noch unklar, wann das stattfindet und auch noch nicht hundertprozentig bestätigt, dass das Ganze überhaupt stattfinden wird. Aber wir hoffen alle!

Christoph: An uns soll es nicht liegen!

Ihr gilt als eine der besten deutschen Live-Bands - ist das Druck für euch?

Philipp: Um ehrlich zu sein hab ich das gar nicht auf dem Schirm, dass die Leute über uns denken, dass wir eine der besten Live-Bands sind. Also vom Skill-Faktor sind wir es definitiv nicht - es gibt eine Menge Bands, die wesentlich besser spielen als wir. Ich glaube, vom Entertainment ist das bei uns ganz lustig.

Sascha: Und der Tanzfaktor auf jeden Fall!

Philipp: Dadurch, dass wir Chris mit seinen langen Haaren vorne haben, muss man eigentlich nicht viel mehr dazu sagen.

Sören: Aber man ist sich seiner Sache ja aber auch nicht so sicher. Ich habe manchmal den Gedanken: "Wie wäre das, wenn ich uns jetzt sehen würde. Würde ich das wirklich cool finden oder auch peinlich?".

Philipp: Ich glaube, wir sollten nach jedem Konzert eine Videoausarbeitung machen. Wie ein Football-Team und die Spielzüge analysieren. Oft sehe ich mich beim Tanzen und denke dann: "Oh, das war zu viel!".

Fabian: Prince hat das gemacht. Die ganze Band musste sich das ganze Konzert nochmal angucken und jeder Fehler wurde bemängelt.

Sören: Und Prince ist ja auch bekannt als einer der besten Live-Musiker der Welt.

Ihr trinkt ja generell gerne und auch mal ein bisschen mehr und auch auf der Bühne. Wie macht ihr das auf Tour? Merkt ihr das noch immer bei der Show am nächsten Abend?

Philipp: Sollen wir unseren Mythos jetzt mal zerstören?

Christoph: Das ist alles mehr Schein als Sein.

Fabian: Auf der Tour mit Atlas Losing Grip haben wir erkannt, dass alkoholfreies Bier doch ganz geil ist. Am nächsten Morgen waren wir aber trotzdem nicht fit.

Sascha: Zeitgleich habt ihr da aber auch Wodka-E entdeckt, also habt ihr auch irgendwie wieder getrunken.

Philipp: Um ehrlich zu sein, haben wir aber die harten Phasen, die man auch in alten Videos von uns immer sieht, nicht mehr.

Sascha: Wir trinken immer noch gerne, aber nicht mehr so häufig.

Chrstoph: Wir sind im dem Alter, wo sich das schmerzhaft auswirkt. Früher konnten wir das, wir waren richtig gut bei der Flasche. Wir waren mal wer!

Sascha: Da waren aber auch bloß zehn Leute im Publikum und es war egal, wenn man am nächsten Tag scheiße spielt.

Fotos im Text: Andre Teilzeit; Lizensiert unter CC BY-NC 3.0


Von:
Leonie Wiethaup