Interview mit Gnarwolves

Mit den britischen Skate-Punkern Gnarwolves verbinden die meisten vor allem Weed und Skateboarding. Dass sich Bassist und Sänger Charlie Piper, Gitarrist und Sänger Thom Weeks und Schlagzeuger Max Weeks aber auch durchaus Gedanken über ihre Musik und vor allem die Wirkung auf die Hörer machen, haben viele wahrscheinlich nicht im Hinterkopf. Wir haben uns mit Charlie und Thom unter anderem über den Grund ihrer Freundschaft unterhalten.

Vor drei Jahren habt ihr euer Debütalbum veröffentlicht, jetzt steht euer Zweitling "Outsiders" in den Startlöchern – was ist in der Zeit passiert? Warum hat es so lange gedauert?

Charlie: Nach dem Release waren wir erstmal zwei Jahre lang auf Tour.

Thom: (unterbricht) Und wir haben auch noch eine EP veröffentlicht, mit der wir dann auch noch unterwegs waren! Im Vergleich zu anderen Bands hat es vielleicht ein bisschen länger gedauert, aber eigentlich waren wir nur auf Tour (lacht).

Charlie: Wir wollten auch eine kleine Pause haben. Wir wollen keine von den Bands sein, die zwanghaft ein Album nach dem nächsten veröffentlichen. Bei uns ist immer noch viel von der DIY-Einstellung geblieben.

Thom: Viele unserer Freunde helfen uns mit der Band und wenn wir ein bisschen relaxen und uns ausruhen wollen, dann lassen sie uns natürlich auch.

Habt ihr euch mit dem gefürchteten zweiten Album unter Druck gesetzt gefühlt? Gerade im Bezug darauf, was die Hörer darüber denken werden?

Charlie: Die ganze Zeit. Man sollte darüber eigentlich nicht nachdenken, aber es ist schwierig, es nicht zu tun. Die Leute hören deine Musik und gehen zu deinen Shows und am Ende des Tages beurteilen und bewerten sie dich auch.

Thom: Viele sagen zwar, dass sie es nicht tun, aber das stimmt nicht. Wir haben die Songs aber auch nicht für andere geschrieben – wir sind nur besorgt darüber, was andere von ihnen halten (lacht).

Lest ihr denn auch Reviews?

Thom: Gerade erst heute habe ich zwei zum neuen Album gelesen, die echt gut ausgefallen sind, was total schön ist. Bei Reviews ist es aber immer so, dass es nur die Meinung eines einzelnen ist – einer einzigen Person. Gerade deswegen ist es schade, wenn etwas, woran du monate- und jahrelang gearbeitet hast, in wenigen Sätzen verrissen wird. Geschmäcker sind einfach so unterschiedlich.

Wie ist das mit Vergleichen? Ich habe neulich ein deutsches Review gelesen, in dem ihr mit Green Day verglichen wurdet – was in Deutschland allerdings kein Kompliment sein muss.

Charlie: Ich habe überhaupt kein Problem damit, mit Green Day verglichen zu werden – die sind super, ich würde total gerne wie sie klingen. Thom und ich sind beide richtige Enthusiasten, deswegen sind wir auch Freunde geworden!

Wegen Green Day?

Charlie: Ja!

Thom: "Dookie", Mann!

Ist Green Day auch die erste Punk-Band, die ihr gehört habt?

Thom: Ja (lacht). "Dookie" war eines meiner drei ersten Alben, die anderen waren von Bad Religion und Pennywise. Nirvana und The Offspring wurden in der Zeit auch oft im Radio gespielt.

Sind diese Bands der Grund, warum ihr Gnarwolves gegründet habt?

Charlie: Green Day und Nirvana waren weltverändernde Bands für uns (lacht).

Thom: Sie waren wahrscheinlich für viele der Grund, selber eine Band zu gründen (lacht).

Könnt ihr euch noch an eure erste Punk-Show erinnern?

Charlie: Bei mir war es Bad Religion – mein Großvater hat mich mitgenommen als ich 13 Jahre alt war. Mein Opa ist echt cool, er liebt Metal und ist ein großer Marilyn Manson- und Motörhead-Fan. Er hat mich auch oft zu Metal-Shows mit nach London genommen, aber Bad Religion war meine erste Punk-Show – und ich habe immer noch das T-Shirt (lacht)! Inzwischen ist es nur leider zu klein. Aber die Show hat mein Leben verändert. Ich habe davor schon Punkrock gehört, aber die Musik zu sehen und zu erleben, war nochmal etwas ganz Anderes. Hätte es die Barrieren nicht gegeben, wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht hier (lacht).

Thom: Ich habe Green Day als erstes gesehen, in der Wembley Arena.

Charlie: Du Glücklicher! Ich habe Green Day das erste Mal vor etwa drei Jahren gesehen.

Thom: Sie sind immer noch gut – wenn man bei manchen Sachen ein Auge zudrückt. Sie spielen die alten Sachen aber immer noch sie, wie sie es früher getan haben. Das ist echt cool!

Eine schwierige Frage zum Schluss: Vor ein paar Minuten habe ich einen Freund getroffen, der mich gebeten hat, euch zu fragen, was euer bester Skateboard-Trick ist, wenn ihr stoned seid.

Thom: Das ist witzig, weil ich richtig schlecht im Skateboarding bin, aber eine Menge Weed rauche. Und Charlie skatet super, raucht aber kein Weed. Max macht aber beides ganz super (lacht)! Das wäre dann wahrscheinlich der Boneless Front Lip auf einer Mini Ramp.


Von:
Leonie Wiethaup