Interview mit Adam Green

"Aladdin" heißt nicht nur das aktuelle Album von Adam Green, sondern auch der Film des Musikers! Wir haben mit ihm über sein Schauspiel-Debüt gesprochen.

Der Film und das neue Album “Aladdin” entstanden relativ zur gleichen Zeit. Hattest du erst die Idee für den Film oder für das Album.

Adam: Die erste Idee war es, den Film zu machen. Ich habe zu der Zeit auch Songs geschrieben, wie ich es immer getan habe. Je mehr sich der Film entwickelt hat, dachte ich, “Okay, ich werde auch diese Songs nutzen!”. Sie sollten in den Film integriert werden. Als ich meinen Film “The Wrong Ferarri” gemacht habe, dachte ich, dass ich die Möglichkeit verloren hätte, mit Musik zu touren. Diesen Fehler wollte ich nicht wieder machen. Bei dem neuen Projekt “Aladdin” habe ich sichergestellt, dass ich touren und Konzerte geben würde. Der Film und die Musik sind miteinander verbunden, aber ich sehe das Album “Aladdin” als das neue Album an, was ich so oder so produziert hätte. Es kam einfach so, dass ich es auch als Soundtrack nutzte.

Warum gerade das Märchen von Aladdin? Hast du dazu eine bestimmte Verbindung?

Adam: Ich mag die Geschichte sehr und bin mit verschiedenen Versionen, wie zum Beispiel der von Disney, aufgewachsen. Meine Eltern haben mir eine Version des Märchens vorgelesen und die war etwas anders. Jede Version des Märchens erzählt die Geschichte etwas anders und mir gefällt, wie Filmproduzenten solche Erzählungen adaptieren und sie auf ihre eigene Art und Weise erzählen. Ich wollte das Märchen von Aladdin dazu nutzen, meine eigene Geschichte zu erzählen. Ich fing an, meine eigene symbolische Realität auf das Märchen zu übertragen, nutzte es als Rahmen und schaute, wie es passt. Ich wusste, dass es anders werden würde. Manchmal ist es gut, ein Märchen zu haben, an dem man seine eigene Arbeit festmachen kann, denn auch wenn es abstrakt ist, gibt es dir dennoch immer etwas, an dem du dich festhalten kannst - auch als Zuschauer.

Wie war es für dich, bei deinem eigenen Film mitzuspielen?

Adam: Es war hart. Ich hatte nicht viel Erfahrung und habe mich häufig auf den Editor und Co-Director verlassen. Ich fragte ihn nach seiner Meinung und er half mir, die Szene zu spielen. Aber am Ende mag ich das Ergebnis, weil der Charakter Aladdin sehr autobiographisch ist. Ich weiß, dass das etwas komisch klingt bei einem Film, der aussieht wie ein Cartoon-Videospiel, man würde nicht eine reale Geschichte erwarten, aber ich versuchte Aladdin als einen Indie-Rock-Sänger zu gestalten, der Probleme mit seinem Label hat.

Am Ende zum Beispiel sind die Eheversprechen tatsächlich die von mir und meiner Frau Yasmin. Yasmin hat den Film auch produziert und ich habe gerade an dem Film gearbeitet als wir uns kennengelernt haben. Der Film erzählt also auch einiges darüber, wie wir uns kennengelernt haben. Ich habe den Film ein Stück weit über uns geschrieben.

Könntest du dir denn vorstellen, noch mal in einem Film von dir zu schauspielern?

Adam: Nein, das nächste Mal würde ich nicht schauspielern. Es war einfach ein zusätzlicher Druck. Nach jedem Drehtag hatte ich so viele Gedanken im Kopf. Ich musste vorher schon die ganze Kulisse gestalten. Ich hatte ein paar Leute, die mir dabei halfen, aber nachdem alles fertig war, musste ich noch meine Textzeilen durchgehen und das war einfach verrückt. Ich hatte auch eine Menge Leute gefragt, ob sie Aladdin spielen wollten, aber niemand wollte. Am Ende war ich tatsächlich die berühmteste Person, die ich dafür kriegen konnte.

Wie war es, den Film als Crowdfunding-Projekt zu produzieren? Würdest du es nochmal machen?

Adam: Vielleicht. Ich meine, ich bin so dankbar für die Leute, die bei Kickstarter mitgemacht haben. Sie haben auf jeden Fall dabei geholfen, den Film zu starten. Ich habe das Startbudget von Kickstarter genutzt, um ein Lagerhaus zu mieten, in dem wir das ganze Set konstruiert haben. Ich kann ihnen nicht genug dafür danken, dass sie an mich geglaubt haben und mir im Grunde genommen das Geld dazu gegeben haben, den Film zu verwirklichen. Aber die Produktion des Films ging so schnell über das Startbudget hinaus, dass ich vieles selbst zahlen musste. Deswegen denke ich nicht, dass ich noch mal so einen Film machen könnte, bevor er nicht im Vorhinein komplett finanziert ist.

Du hast gesagt, dass das Album und der Film verbunden sind, sie aber trotzdem auch eigenständige Werke sind. Gibt es dennoch eine gemeinsame Hauptbotschaft?

Adam: Naja, es sind viele Botschaften darin. Sie zeigen meine Gedanken über die Technologie und Leute, die Gesellschaft und Beziehungen. Da stecken viele Sachen drin. Es soll quasi eine ganze Landschaft meiner Gefühle zeigen.


Von:
Ann-Kristin Zoike