Bonaparte - My Horse Likes You

Manege frei für Bonaparte! Der kleine animalische Wanderzirkus scheint
mit seinem Zweitling eine Genehmigung zu suchen, weiter durch die
Lande streifen zu können. Und ganz ehrlich? Die werden sie bekommen.
Nicht, weil sie durch hochwertige Arrangements überzeugen könnten oder dergleichen, sondern, weil sie verstanden haben, wo der Hase
langläuft. Ein bisschen zynisch ist es schon: Frontgaul Tobias Jundt
zieht über die oberflächliche Konsum- und Facebook-gesellschaft her,
beklagt den Sprachverschleiß und die Politikverdrossenheit, doch
versteckt die Kritik hinter einer eingängigen Hook und -
Zauberei!Zauberei!- Bonaparte erreichen die kommerziell ausschlachtbare Masse, der das Schussfeuer eigentlich gilt. Nur, dass
die es nicht merkt und sich mit ein bis zwei Schnäpsen mehr mit den
billigen Beats zufrieden gibt. Hauptsache rave, rave, rave. “My horse
likes you” wirkt abgelutscht, wie ein krudes Trauerspiel auf die
Spaßgesellschaft. Bei der Liveshow können sich die müden Augen hinter
Panda- und Pferdemasken verstecken und den Schein bewahren, auf Platte funktioniert das leider nicht.

Frieda Berg

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Bonaparte - My Horse Likes You
Label: Staatsakt (rough trade)
Vö: 4. Juni 2010