Temples - Volcano

Rezensiert von Ann-Kristin Zoike

"We discovered a lot as we went along, and the excitement at having done so radiates", sagt Thomas Walmsey, Bassist von der Band Temples. Die Rede ist vom zweiten Album des Quartetts, "Volcano". Wie auch schon beim Debütalbum von Temples, "Sun Structures" (2014), wurden die neuen Songs von der Band selbst im hauseigenen Studio in Kettering aufgenommen und produziert. Und auch sonst steht "Volcano" seinem Vorgänger in keiner Weise etwas nach. Ganz getreu dem Motto "Altbewährtes hält am längsten" bleiben Temples ihrem cleveren Psych-Pop-Sound treu und haben damit genau den richtigen Nerv getroffen.

Schon der Opener "Certainty" entführt einen mit Leichtigkeit in die wundersamen Sphären der britischen Band. Sänger James Bagshaw sagte selbst über den Track: "When writing the melody for 'Certainty', I wanted to create something with almost an eerie, early Disney vibe, something playful and harmonious, but with a dark twist." Die tiefen Bassklänge verpassen dem Song genau diesen "dark twist" und zusammen mit der Kopfstimme von Sänger Bagshaw entsteht eine schräge Atmosphäre. Auch in dem Song "Oh The Saviour", der wie "Born Into The Sunset" zu den entspannteren Songs auf "Volcano" zählt, erhält der Song vor allem durch die Kopfstimme Bagshaws seinen letzten Schliff. Ein Song wie "All Join In" ist dagegen ein Paradebeispiel für die Experimentierfreudigkeit von Temples. Hier ein schräger Harmoniewechsel, der einen aufhorchen lässt, da ein überraschender Tempowechsel – so heben Temples die psychedelischen Elemente ihrer Songs perfekt hervor und treiben die Songs auch bei einem träumerischen Grundton nach vorne.

Die Instrumentalparts, bei denen Temples sich sowohl an Synthies, Streichern, als auch Flöten bedienen, bilden die Grundlage für große Gesten – und diese gibt es zur Genüge auf "Volcano". So erinnert "In My Pocket" an Pink Floyd, während sich der Psychedelic-Himmel öffnet und bei "Celebration" möchte man Arm in Arm mit Sänger James Bagshaw in den Refrain miteinsteigen. Auf "How Would You Like To Go?" verbreiten die liegenden Synthieklänge zusammen mit dem ruhigen Tempo genau die mystische Stimmung, um sich derselbigen Frage ganz in Ruhe widmen zu können. Die letzte große Geste bringt der Abschlusstrack "Strange Or Be Forgotten". Recht euphorisch kann man noch ein letztes Mal mitschwelgen und -singen. Die großen Gesten sind jedoch durchaus gerechtfertigt, sind die Themen des Albums doch Tod, Angst, Paranoia, Sucht, Desinteresse, Eitelkeit und Panik – alles Anspielungen auf die Zehn Gebote, die mit den Songs behandelt werden sollen.

"Sun Structures" erinnerte 2014 bereits an den Psychedelic-Sound der 60er Jahre und auch auf "Volcano" sind die 60´s Vibes nicht wegzudenken. Temples haben sich weiterentwickelt und sind etwas poppiger geworden, aber dennoch geben die verwaschenen Soundteppiche klar die Richtung der Songs. Psychedelisch-träumerisch und gleichzeitig treibend – diese Mischung lässt "Volcano" strahlen.


Label: 
Heavenly Recordings
VÖ: 
03.03.17
Herkunft: 
Kettering, UK