Noel Gallagher’s High Flying Birds – Who Built The Moon?

Rezensiert von Robin Reiff

Nach der brisanten Trennung von Oasis im Jahr 2009 gingen die beiden Brüder und Frontmänner Liam und Noel Gallagher getrennte Wege. Noel startete eine Solokarriere und gründete 2011 die Band Noel Gallagher's High Flying Birds; sechs Jahre später, im November 2017, erscheint das dritte Studioalbum „Who Built The Moon?". Das neue Album des mittlerweile 50-Jährigen Musikers hat so gut wie keine Parallelen mehr zu den einstigen Hits, die er für Oasis komponierte. Umschreiben kann man es wohl am besten mit dem Wort „abenteuerlich". Vorbei sind die Zeiten des Britpop, der neue Sound ist ein Mix aus elektronischen Beats und klassischen Elementen aus dem Rock n' Roll. Die Platte geht stark in eine psychedelische Richtung, zusätzlich vermittelt sie einfach nur gute Laune. Gegenüber der BBC beschrieb er sein neues Werk: „I'd describe it as cosmic pop" – „kosmischer Pop" klingt mindestens genauso interessant wie die Lieder des Albums.

„The Chief" ist endlich in seiner Solokarriere angekommen, das Album ist experimentell und verbreitet das Gefühl, dass Noel Gallagher endlich gefunden hat, wonach er nach der Trennung von Oasis gesucht hat. Zugegeben, beim ersten Hören kommt einem der Sound noch ein wenig ungewöhnlich vor, doch je mehr man das Album anhört, desto schwerer fällt es, sich dem Bann des melodischen Klangs Gallaghers zu entziehen. Die Bandbreite des Albums ist groß: Neben dem Opener und quasi-Instrumental „Fort Knox" befinden sich mit „Interlude" und „End Credits" zwei weitere Instrumentals unter den insgesamt zwölf Tracks von „Who Built The Moon". In „Be Carefull What You Wish For" ist die Stimmung etwas ruhiger; geprägt durch bluesartige Gitarrenriffs hebt sich der Song von den anderen des Albums ab, denn insgesamt geht das Album stark und energiegeladen nach vorne und hat nicht viel Platz für ruhige Atmosphäre. Ein gutes Beispiel hierfür ist „Keep On Reaching". In dem Song wird das Tempo stark angezogen, getragen von Trompetensounds fühlt sich der Track wie eine Aufforderung an, ausgeflippt und glücksdurchströmt durch die Nacht zu tanzen.

Wer sich selbst nicht in der Musik von Noel Gallagher findet und nostalgisch in die gute alte Zeit von Oasis zurückblickt, der wird bei seinem Bruder Liam fündig, denn dieser hat jüngst im Oktober sein neues Album „As You Were" veröffentlicht und dieses fühlt sich streckenweise an, als hätten sich Oasis niemals aufgelöst. Für alle anderen Fans führt an „Who Built The Moon?" definitiv kein Weg vorbei.


Label: 
Sony Music
VÖ: 
24.11.2017
Herkunft: 
Manchester, UK