K.Flay – Life As A Dog

Rezensiert von Sophia Kisfeld

Sommer-Hip-Hop mit Indie-Elektro-Einschlag. So präsentiert sich das Debütalbum von K.Flay (30), alias Kristine Meredith Flaherty. Sie verbindet verschiedene Genres, doch vor allem der Hip-Hop prägt die Musik der Dame aus Illinois und das auf eine leichtere Art und Weise, als manch anderen Hip-Hopper.

Auch wenn Kristine Flaherty schon seit ihrer Jugend musikalisch aktiv ist, hat es lang gedauert, bis sie über Crowdfunding schlußendlich ihr Debüt veröffentlichte. Und noch eine Weile länger, bis es auch in Deutschland ankam.

Ihr Gesang ist stark angelehnt an den Hip-Hop, genauso einige Beats, die ihren Songs Nachdruck verleihen. Gleichzeitig sind es jedoch auch Rock-Elemente und verschiedene elektronische Sounds, die ihre Musik verfärben und zwischen den Genres schwimmen lassen. Ihre Stimme und ihr Gesangsstil erinnern dabei an Nneka oder Santigold, die Beats vielleicht eher an When Saints Go Machine.

Bei K.Flay zieht sich der Hip-Hop durchs Album, und zwar in ihrer Art zu rappen, teils unterbrochen von kurzen melodischen Stellen. Sie bereichert ihre Musik mit Rocksounds, so zum Beispiel bei “Can’t Sleep”. Der Song startet mit einer starken Bassline, zusätzliche Sounds werden dazu gesampelt und dann wird auf ihre Stimme reduziert. Das Schnippsen, das darauf einsetzt, erinnert kurz an Macklemore und Ryan Lewis, was man auf dem Album auch nicht ganz ausblenden kann.
“Everyone I Know” ist sogar allgemein reduzierter, gerade auf Rockelemente. Wenn “Get It Right” loslegt, findet man sich vielleicht ein, zwei Jahrzehnte zurückversetzt. Eine männliche Stimme setzt ein gonna get it right / gonna get it right / to make today mine, ihre Stimme setzt ein und im Hintergrund laufen gesampelte Stimmen. Der Song ist inhaltlich nahe verbunden mit ihrer allgemeinen Lebenseinstellung. Ihr Vater war ihr nah verbunden, starb jedoch recht früh. In dem Song bezieht sie sich auf ihn, tell my father to be strong / Cause he missed me growing up. Sie weicht nicht von der Essenz des Hip-Hop ab, ehrlich und echt in ihren Texten zu sein.

Bei “Time For You” könnte man meinen, eine Postrockband hat auf dem Album eingespielt. Mit Elektrobeats und ihrem Rapstil bricht sie dies jedoch balladenmäßig wieder auf. Es sind nicht nur leichte Sounds wie bei “Can’t Sleep” oder “Get It Right”, sondern auch düstere, wie bei “Fever” oder “Make Me Fade”, die die Musik wieder schwerer werden lassen, verbunden mit Elektropop. “Thicker Than Dust” referiert an die Erfahrung, dass sie einen engeres Band zu ihren Freunden als zur Familie hat. Der Song spiegelt auch ihre Einstellung wieder, dass es besser sei, etwas anderes auszuprobieren, als diesen typischen Bürojob zu haben.

“Life As A Dog” ist eine Mischung aus Hip-Hop, Rock und Elektropop. Es ist ein Album, dass auch im Hintergrund gut klingt. Gleichzeitig bleibt es aber auch bewusst interessant, eben weil sie die Mischung der verschiedenen Genres ausgewogen abgemischt hat, weil sie zu ihrer Einstellung steht und nicht versucht zu verkaufen – was schon allein durch die Tatsache unterstützt werden könnte, dass sie eben nicht einen Major-Label-Deal hat, sondern über Crowdfunding ihr Ziel verfolgt hat. Durch die Hilfe von Freunden und Fans etwas für ebendiese tun.


Label: 
Humming Records
VÖ: 
21.08.2015
Herkunft: 
Illinois, USA