Django Django - Marble Skies

Rezensiert von Mareike Greife

Seit zehn Jahren gibt es sie inzwischen, Django Django. Erschienen die ersten Singles 2009, ließ sich die Truppe mit ihrem Debütalbum allerdings bis 2012 Zeit. Das Warten hatte sich jedoch gelohnt: Das selbstbetitelte Debüt erregte zurecht die Aufmerksamkeit vieler Musikbegeisterter.

Django Django sind dabei der typische Fall einer britischen Band, bei der man sich schwer auf ein Genre einigen kann: Manche nennen es Art-Rock, andere Surf-Pop und wieder andere bleiben beim klassischen Indie-Begriff. Die vielen Einflüsse machen es schwer, hier eine Bezeichnung zu finden, die das, was Django Django machen, auf den Punkt bringt. Wie sie einst selber sagten, sei es auch ein Ziel der Bank, eklektische Musik zu machen - also eine, die sich aus vielen Komponenten von verschiedenen Genres zusammensetzt. Und genau das macht ihre Songs so interessant: Auf dem einen Track hört man die Synthie-Einflüsse von „The Cure" und auf dem anderen die Surf-Pop Reminiszenzen von „The Drums". Stumpf abgekupfert ist dabei aber gewiss nichts - auch nicht beim neuen und mittlerweile dritten Album "Marbe Skies".

Die Inspiration zum Albumnamen bedarf dabei einer kleinen Anekdote: Vor zwei Jahren war David Maclean, der Drummer und Produzent der Band, beim Lollapalooza Festival in Chicago und unterhielt sich, als er zufällig in den Himmel blickte, der für ihn aussah wie eine Marmorplatte. Alle hätten nur beeindruckt nach oben gestarrt und geschwiegen. Dieser Moment habe etwas ausgelöst! Nun könnte man durchaus behaupten, manchen Songs höre man diese Magie auch an.

Der Mix von Indierock-Melodien und Elektro, der für Django Django typisch ist, zieht sich auch auf dem neuen Album durch und bringt einen hypnotischen rave-inspirierten Groove mit sich. Ungewöhnlich bei der Band ist, dass hier tatsächlich alle Mitglieder an Texten und Musik mitarbeiten. Bei ihrem Drittling wollten sie jetzt wieder ein wenig zu ihren Wurzeln zurückkehren und so haben sie den Longplayer auch gleich mal in einem kleinen, mit Equipment vollgestopften Studio in London aufgenommen. Dies erinnere sie zurück an die Aufnahmen ihrer ersten Songs im Schlafzimmer des Sängers, sagen sie, und genau dieses Gefühl sei nötig gewesen, da ihr letztes Album ihnen selbst zu „schwerwiegend" geworden sei. Auf "Marble Skies" geben sie sich nun vielseitiger denn je.

Gleich bei zwei Songs kollaborieren die Herren mit anderen Künstlern: Auf dem Dancehall-ähnlichen Ohrwurm "Surface To Air" mit der Sängerin Self Esteem und auf "Sundials" mit dem Jazz-Elektro-Fusionisten Jan Hammer. Ist ersterer der einzige Track des Albums, bei dem nicht nur Vincent Neff an den Vocals zu vernehmen ist, überzeugt "Sundials" vor allem durch seinen entspannten, langsamen Vibe, welcher ihn zum Unikum der Platte macht. Ein besonderes Schmankerl ist zudem "Champagne". Wie der Titel bereits vermuten lässt, geht es hier um die Freuden, aber auch um die Leiden, die den Alkoholkonsum ausmachen. Ebenfalls einer der stärksten Tracks: "In Your Beat" - mit seinem 80er Synthie-Pop und wunderbaren Gesangsmelodien ein perfektes Lied, um in den Tag zu starten.

Passend zum zehnjährigen Bandjubiläum haben Django Django ein weiteres und erneut spannendes Album veröffentlicht. Gerade was die Begeisterung der Hörer betrifft, sollte sich "Marble Skies" wunderbar zu seinen Vorgängern einreihen können.


Label: 
Ribbon Music
VÖ: 
26.01.2017
Herkunft: 
London, UK