Black Rebel Motorcycle Club - Wrong Creatures

Rezensiert von Sophia Kisfeld

Eigentlich braucht es nur drei Leute, um ein musikalisches Brett zu produzieren. Bei Black Rebel Motorcycle Club ist dabei eine durchgängige Melancholie präsent, verbunden mit der Sexyness des Rock 'n' Roll aus der Vergangenheit und Gegenwart. Die Band besteht inzwischen seit zwanzig Jahren und mit "Wrong Creatures" haben sie nun ihr siebtes physisches Album veröffentlicht. Peter Hayes und Robert Levon Been wechseln sich dabei sowohl zwischen den Instrumenten, als auch im Gesang ab. Allein Leah Shapiro ist kein Ursprungsmitglied. Sie hat 2008 den Platz am Schlagzeug für Nick Jago eingenommen.

Das Schöne an der Musik von B.R.M.C. ist, dass es ihnen immer wieder gelingt, Rock seinen Stellenwert behalten zu lassen. Es ist die Melancholie, die philosophische Ebene, die die Menschen auseinander nimmt, und gleichzeitig der Sex, der über die Musik transportiert wird. "Wrong Creatures" kommt mit einer Wucht daher, die B.R.M.C. nur mit zwei Gitarren und dem Schlagzeug produzieren können, indem sie die Gitarren so verzerren, dass ein ganzer Klangteppich entsteht. "Spook", "King of Bones" und "Little Thing Gone Wild" sind eben die Beispiele für heftige Rockhymnen. Während die Gitarre bei "King Of Bones" so wabert, das nächste Riff, das sich darauf aufbaut, den Körper zur Anspannung bringt, weil das Innere merkt - Ok, Been ist richtig abgefucked: "How can you break if you got no bones?"

Es ist jedoch auch eben die entgegengesetzte, weiche Seite der Balladen, wenn man sie so nennen möchte. Been ist nicht weinerlich, aber er in "Haunt" oder "Echo" gibt er sich zwart und sanft. In keinem Fall funktioniert die Musik dort ohne das Spiel der Gitarren oder den Wechsel des Gesangs. Denn der Refrain in "Echo" übernimmt vor allem Hayes, wo es um die Treue und Liebe zu seinem Gegenüber besingt: "Be still my love / I don't want to tear you down [...] I'll be your all for now".

Und dann wiederum kann es bei B.R.M.C. auch irrwitzig werden, denn der Song "Circus Bazooko" verrät im Titel schon, was klanglich passiert. Als stünde man in einem Zirkus und in der Ecke steht ein kleiner alter verkrüppelter Mann, der die immer gleiche Leier auf der Drehorgel abspielt. Das folgende Gitarrenriff scheint dem auf ironische Art entgegenhalten zu wollen: "My head is sick and my love is tipsy / [...] / Am I real, or are you the fool?" Die Bewegung zwischen Realität und Wahnsinn bekommt ihren Sound.

B.R.M.C. gewinnt durch die Sexyness der Stimmen, die so heftig und dann so sanft zusammenspielen oder wechseln. Es ist jedoch auch die Dramatik der Gitarren und ihrer Effekte, die der Musik ihren Wiedererkennungswert verleihen. Man könnte einzig meinen, dass das Schlagzeug manchmal mehr treiben dürfte.


Label: 
Vagrant Records
VÖ: 
12.01.2017
Herkunft: 
San Francisco, USA