Giant Trash Balls

Die Guerilla-Aktion "Giant Trash Balls" sorgt zur Zeit für Aufmerksamkeit am Aasee. Wir haben nachgefragt, was dahinter steckt.

Von weitem sehen sie dem Original, den Giant Pool Balls sehr ähnlich. Bei genauerem Hinsehen, sind es zwei Kugeln aus gebrauchten Kaffeebechern. Aufgestellt wurden sie von der Initiative Psychologie im Umweltschutz e.V.. Mit der Guerilla-Aktion will die Initative auf die Verschwendung von sogenannten To-Go-Kaffeebechern aufmerksam machen.

Foto: Jannes Tatjes

 

Der Mehrwegbecher als Alternative

Wer kennt das Problem nicht? Morgens schnell zur Uni. Vor der Vorlesung noch schnell einen Kaffee. To-go beim Bäcker oder vom Café um die Ecke. Der Becher landet kurz danach im Müll.

So kommen nach Einschätzung der Initiative Psychologie im Umweltschutz e.V. in Deutschland rund 100.000 Tonnen Abfall für To-Go-Verpackungen zustande. Dabei wäre der Müll so einfach vermeidbar. In zahlreichen Mensen der Stadt gibt es Pfandtassen. Der Pfandbetrag wird bei Rückgabe einfach wieder auf die Unicard geladen. Eigens mitgebrachte Becher könnten auch Abhilfe schaffen. In zahlreichen Cafés in Münster ist das der Fall. Auf telefonische Anfrage von Radio Q bestätigten das Teilchen & Beschleuniger, das Fyal, Tante August und das Floyd Café, dass man sich mitgebrachte To-Go-Becher befüllen lassen kann.

Was will die Initiative am Aasee

Da man nicht immer seinen eigenen Becher dabei hat, will das Projekt #gianttrashballs jeden Einzelnen dazu motivieren, auf Einwegbecher zu verzichten. In zahlreichen Städten in Deutschland gibt es schon Mehrwegsysteme für Kaffeebecher. In Rosenheim zum Beispiel wurde das Projekt RECUP gestartet. In teilnehmenden Partnercafés zahlt man dann 1 Euro Becherpfand. Zurückgeben kann man die Becher dann in allen Partnercafés. Die übernehmen auch die Reinigung. In einer dazugehörigen App kann man alle Partnercafés finden. Inzwischen gibt es RECUP auch in Großstädten wie Berlin oder München. In NRW gibt's RECUP nur in Bielefeld. In Hamburg startete das Projekt REFILL IT! Den 400 ml großen Tree-Cup kann man sich mit "solidarisch gehandeltem Kaffee" befüllen lassen und kostet 1,50 Euro. Er wird zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und ist zudem frei von Schadstoffen wie Rohöl, BPA oder Weichmachern. REFILL IT! gibt es inzwischen auch in Berlin. Auch in Städten wie Göttingen, Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg, Mainz, Wiesbaden und Freiburg gibt es Mehrwegsysteme für Kaffeebecher.

"Giant Trash Balls" als Dauerstellung 

Wer die Giant Trash Balls heute noch sehen möchte, muss sich sputen. Um 18 Uhr wird das Projekt wieder abgebaut. 

 

Von Melissa Faust

Stand: 15. Juli, 17 Uhr

Zusatz 18:06 Uhr: Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, gibt es in Münster bei ausgewählten Bäckern den Gildebecher. Dieser kann jedoch nur wiederbefüllt werden. Ein Tauschsystem sei an den Behörden gescheitert.

 


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