Hindenus und Burgus - Ein Provinz-Epos
24. August 2012
Wir befinden uns im Jahre 2012 nach Christus. Ganz Westfalen ist von Hindenburgern besetzt…Ganz Westfalen? Nein! Ein von unbeugsamen Westfalen bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die hindenburgischen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Roxel, Mecklenbeck, Kinderhaus und Nienberge liegen…
Es begab sich aber zu der Zeit, dass Initiativix, eine recht kleine alternative Type, sich auf seine Fietse schwang und zum Schloss fuhr. Dort sollte er seinen Druiden und Meister Historix treffen. Er wollte ihm Tipps und Tricks für die Bekämpfung des Legionärs Conservativus geben.
Auf dem Wege aber begegnete er Hindenus und Burgus, zwei Besatzern, die untrennbar waren. Der eine war zu doof, der andere zu dick, um alleine selbst den kleinsten Schritt zu machen. Und so entsandte der große Conservativus immer beide, um auch sicherzustellen, dass sie nicht allzu große Schäden verursachten. “Hey Burgus. Schau da! Ein Westfale.”
Burgus, der dickliche, bemühte seine gesamte Körpermuskulatur. Er wollte seinen Kopf drehen. Doch nach der halben Strecke brach er ab und machte kurz Pause. Schweißperlen tropften in seine müden Augen. “Hey Burgus. Schau da! Ein Westfale.” Genervt kniff Burgus die Augen zu und bemühte sich erneut. Diesmal mit Erfolg. “Hindenus. Nimm meine Waffe und verhafte ihn.” Hindenus, ein mittelgroßer Schwachkopf mit kurzem stoppeligem Haar und langen gelben Schneidezähnen griff sich statt der Waffe einen Gehstock und lief los. Sein trotteliger Gang vermochte nicht einmal eine Maus zu erschrecken. Als der ihm entgegenkommende Initiativix bemerkte, mit wem er es zu tun hatte, ließ seine Angst langsam nach. Ihr müsst nämlich wissen, dass Initiativix immerzu Angst hatte, vor allem und vor jedem. Sein permanentes Augenzucken verriet seine Nervösität. Als er bei Hindenus ankam, erhob er sein Wort.
“Was willst du, Trottel? Hast du nicht genug Schaden angerichtet? Nicht einmal dein Herr vertraut dir. Er will dich missbrauchen? Hörst du? Missbrauchen will er dich. Für seine Zwecke. Erst lässt er dich in eine Gruppe tapferer Westfalen rennen. Und wenn du überlebst schickt er dich ins Gefängnis, weil du nicht gut genug warst. Willst du das etwa?”
Verdutzt starrte Hindenus ihn an. Er hatte nicht mit einem ehrlichen Gespräch gerechnet. Vielmehr verließ er das Lager mit der Angst überrumeplt und von hinten erdolcht zu werden. “Du hast doch keine Ahnung. Das ist alles unwahr. Unser An-an-führer lügt nicht. Er ist gut. Er macht alles für uns.”
“Mit dir rede ich erst gar nicht. Schwachkopf.”, erwiderte Initiativix mit einer hohen penetranten Stimme. Das verwirrte Hindenus noch mehr. “Erst fängst du ein Gespräch an und dann willst du nicht mehr mit mir reden.” Ich lösch dich gleich … aus!” Mit einem Hieb in den Magen wollte Hindenus Initiativix erstechen. Doch da bemerkte er, dass er bloß einen Gehstock benutzte. “Tja, doch zu blöd, oder?”, geiferte Initiativix. Er sprang auf schnappte sich Hindenus Pickelhaube und warf sie mit aller Kraft weg. “Wir sehen uns bei der großen Schlacht am 16. September. Dann sehen wir ja wer gewinnt.”, keuchte Initiativix. Doch Hindenus hörte nicht mehr zu. Er rannte weinend zurück in sein Lager. Und so war der Weg für Intiativix frei. “Die erste Hürde geschafft.”, sagte er sich. Doch der Kampf wird noch kommen.
Lambros Boukouras
Dieser Beitrag ist Teil unserer Themenwoche zur möglichen Rückbenennung des Schlossplatzes in Hindenburgplatz




