The Hives - Lex Hives
3. Juni 2012
Unser Album der Woche (KW 23)
Rezensiert von Katharina Lange.

“Die Zeichen stehen auf Success.“
The Hives schaffen es, immer alles richtig zu machen. Und nein, das ist keine dieser schwedophilen Aussagen, die der schwedischen Band ihren Erfolg nur zuspricht, weil es eben eine dieser Über-Bands aus Schweden ist! Mit ihrem Debütalbum “Barely Legal” gehören The Hives schließlich zu den Wegbereitern des “Schweden-Hypes” - und sie sind seitdem konstant gut geblieben, ohne Schaffenskrise und Drogenabstürze.
Knapp 16 Jahre nach ihrer Gründung ist die Band erwachsen geworden und erregt mit dem fünften Album wieder die Aufmerksamkeit der Musikwelt. Musikalisch geht es auf “Lex Hives” einen Schritt zurück, und zwar zurück zu den wahren The Hives-Wurzeln: dem Garagen-Punkrock. “Gott Sei Dank!”, denken sich bestimmt die meisten Hives-Anhänger. Denn zugegebenermaßen war ihr letztes Werk “The Black and White Album” nicht gerade jedermanns Liebling, die darauf vertretenen HipHop-Elemente waren einfach zu viel des Guten. Auch wenn es irgendwie nicht schlecht war! Ein klarer Fall von: “Schon okay, aber bitte nicht noch mehr davon!”
Jetzt geben The Hives wieder Vollgas, diesmal ohne große Produzenten wie Pharrell Williams oder Timbaland an ihrer Seite, und auch ohne HipHop. Sie setzen erneut da an, wo sie den Rock auf die Schippe nehmen und alles das verkörpern, was dieser zu bieten hat. An vorderster Stelle: ihr bandeigens geschaffener Charakter. Dieser besticht durch größenwahnsinniges Auftreten (“Wir sind die beste Band auf dem Planeten”), schwarze oder weiße Anzüge und die unverkennbare Musik, die doch mehr Punk ist als Rock und (Obacht!) jedem in den Arsch tritt, der nicht das Tanzbein schwingen will.
Auf “Lex Hives” sind es vor allem wiedereinmal die Stimmungsmacher, die das Album ausmachen und Markenzeichen der Band sind. Songs wie “Patrolling Days”, “These Spectacles Reveal The Nostalgics” und “1000 Answers” heizen in gewohnter Hives-Manier ordentlich ein. Das i-Tüpfelchen auf dem Album sind letztlich die Tempo-entschleunigten Songs, beispielsweise die Popnummer “Wait A Minute” oder der Song “Without A Money”, der einen eher souligen Ton anschlägt. Doch auch wenn die Hives sich von ihren amerikanischen Star-Produzenten getrennt haben, hört man ihren neuen Songs noch immer eine gewaltige Mischung Amerika an. Der Song “Insane” klingt nach einem dieser Klischee-behafteten Surfer-Songs. “I want more” hingegen erinnert mit seinem Gitarrenriff an den Klassiker “I love Rock´N´Roll”.
Klar ist: The Hives wollen mehr. Sie kriegen den Mund nicht voll genug. Und das all die Jahre wieder! Aber ob sie wirklich die Weltherrschaft erlangen und die beste Band des Planeten sein werden, wagt man stark zu bezweifeln. Was das angeht, müssten sie sich auch erstmal mit den Gallagher-Brüdern unterhalten!
Mit “Lex Hives” zeigen die Hives, was sie am Besten können: eine souveräne Leistung abliefern. Jedes mal, wenn man den Eindruck bekommt sie können nicht noch einen drauf setzten, tun sie es trotzdem. Sie haben dieses Geheimrezept und das klappt jedes Mal, auch wenn man sich denkt “Ach, typisch The Hives”. Denn genau das ist es eben - ihr Rezept, bestehend aus schmissigen Grooves und dem rotzfrechen Gesang von Pelle Almqvist. Dafür sollte man ihnen mal gewaltig auf die Schulter klopfen. Denn es ist toll, eine Band wie The Hives zu haben. Sie schaffen das Immergleiche, einen Hives-Sound, der nie langweilig wird und stetig bombastischer klingt.
VÖ: 01.06.2012
Label: Columbia / Sony
Mitwirkende: Gesang - Howlin’ Pelle Almqvist (Per Almqvist)
Gitarre, Gesang - Nicholaus Arson (Niklas Almqvist)
Gitarre, Gesang - Vigilante Carlstroem (Mikael Karlsson Åström)
Bass - Dr. Matt Destruction (Mattias Bernvall)
Schlagzeug - Chris Dangerous (Christian Grahn)
Gründer, Mentor, PR, Songschreiber - Randy Fitzsimmons (?)
Herkunft: Schweden, ursprünglich aus Fagersta
Diskographie:
1997 - Barely Legal
2000 - Veni Vidi Vicious
2004 - Tyrannosaurus Hives
2007 - The Black and White Album
2012 - Lex Hives
Online: www.facebook.com/hives, www.thehivesbroadcastingservice.com




